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Foto: Bastian Knautz und Martin Schulz, Werner 2026 (Vorlage: Pressebild)

Bastian Knautz spricht mit Martin Schulz über Stresemanns Vorstellungen eines geeinten Europas, die Spannungen zwischen nationaler Politik und europäischer Integration sowie die Frage, wie sich die EU in einer Welt voller Krisen und Umbrüche behaupten kann.

Shownotes

Europa begegnet uns im Alltag oft ganz selbstverständlich: beim Reisen ohne Grenzkontrollen, beim Bezahlen mit dem Euro, beim Studium im EU-Ausland oder beim Telefonieren ohne Roaminggebühren. Doch hinter diesen Errungenschaften stehen politische Ideen, jahrzehntelange Verhandlungen – und Menschen, die trotz nationaler Interessen und Konflikte an Verständigung geglaubt haben. Einer von ihnen war Gustav Stresemann.

In der zehnten Folge von „Das Stresemann-Gespräch – Ein Podcast der Stresemann-Gesellschaft“ knüpfen wir an die vorherige Episode an und vertiefen die Diskussion über Stresemanns Vorstellungen eines friedlichen und kooperativen Europas. Nachdem zuvor vor allem die historische Perspektive im Mittelpunkt stand, verbindet diese Episode Geschichte mit gelebter politischer Praxis und aktuellen Herausforderungen der Europäischen Union.

Welche Vorstellung von europäischer Zusammenarbeit vertrat Gustav Stresemann? Inwiefern kann er als Wegbereiter der europäischen Einigung gelten? Neben diesen Fragen nach Stresemanns-Europavorstellungen geht es im Gespräch auch um die großen Fragen europäischer Politik und Identität: Was bedeutet europäische Integration konkret im politischen Alltag – jenseits von Gipfeln, Verträgen und Institutionen? Wie viel nationale Eigenständigkeit verträgt europäische Einigung? Wo liegen die zentralen Konfliktlinien innerhalb des „Systems Europa“ und warum fällt es der EU bis heute oft schwer, echte Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern herzustellen? Schließlich richtet sich der Blick auf die Gegenwart und Zukunft Europas: Wie kann sich die EU in einer sich rasant verändernden Weltordnung behaupten? Und braucht es dafür mehr Europa – oder gar ein anderes Europa?

Gesprächspartner: Martin Schulz

Zu Gast ist Martin Schulz – einer der profiliertesten und leidenschaftlichsten Europapolitiker unserer Zeit. Mit ihm trifft historische Perspektive auf gelebte europäische Politikpraxis. Aufgewachsen im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden, erlebte Schulz Europa früh nicht als abstrakte Idee, sondern als gelebte Realität. Diese Erfahrung prägte seinen gesamten politischen Weg: vom Kommunalpolitiker in Würselen über mehr als zwei Jahrzehnte im Europäischen Parlament, dessen Präsident er von 2012 bis 2017 war, bis hin zum SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten. Für seine außerordentlichen Verdienste um die europäische Einigung wurde Schulz 2015 mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Seit Dezember 2020 ist er Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.

Host: Bastian Knautz

Gastgeber dieser Folge ist Bastian Knautz, Historiker der Internationalen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In seiner Forschung beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte der europäischen Einigung, ihren Krisen und ihren entscheidenden Wendepunkten.